Blockhaus in Horseryd
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Näshult - im Lauf der Jahrhunderte

13. Jahrhundert
Ein Priester mit Namen Finvidius wird als Geistlicher in Näshult erwähnt. Zu Beginn des Jahrhunderts wird eine Kirche gebaut.


14. Jahrhundert
Die Gemeinde wird von Pest und Seuchen heimgesucht. Die Einwohnerzahl sinkt deutlich.

Auf der Insel Biskopsö im Serarpssjön wird eine Festung zur Verteidigung und zum Schutz errichtet. Man fürchtet umherziehende Räuberbanden, die nicht selten dänischer Herkunft sind.

15. Jahrhundert
Gegen Ende des Jahrhunderts stösst man in Vargahagen (heute Näshults säteri auf Silbervorkommen. Der Abbau beginnt.

Die Wegkreuzung in Näshult gewinnt für Handel und Verkehr mehr und mehr an Bedeutung.

16. Jahrhundert
In einem Brief an den hiesigen Vogt Nils Persson erkundigt sich Gustav Vasa nach dem Umfang des Silbervorkommen. Der König benötigt Geld für seine deutschen Landsknechte.

Laurentius, der Geistliche in Näshult, ist gegen die Reformation und unterstützt deshalb Nils Dacke. Als Dacke in der Schlacht am Hjorten verwundet wird, flieht er zunächst nach Näshult, wo man ihn im Pfarrhaus versteckt hält. Von dort flieht er nach einigen Tagen weiter nach Süden. Der Pfarrer von Näshult wird zu einer erheblichen Geldstrafe verurteilt und aus dem Dienst entlassen.

Dank seiner günstigen Lage am Kungsvägen, damals einer der meist befahrenen Wege nach Kalmar, wird Näshult immer mehr als Handelsplatz bekannt. Kalmar war damals Schwedens südlichster Hafen und Vorposten auf dem Weg nach Europa.

17. Jahrhundert
Eine Inventur vorgeschichtlicher Stätten unter der Obhut des Pfarrers Erland Kebonius wird in Näshult durchgeführt. Aufzeichnungen bestätigen mehrere Gräber aus der Steinzeit und etliche Grabhügel aus der Bronzezeit.


18. Jahrhundert
Die Wegkreuzung entwickelt sich immer mehr zum Zentrum der Gemeinde Näshult. Vieles weist daraufhin, dass hier einiges los ist: Fuhrwerkstation, Ausschank und Märkte, mehrmals im Jahr.

Die mittelalterliche Kirche wird abgerissen und eine neue gebaut.

19. Jahrhundert
Mitte des Jahrhunderts erreicht Näshult seinen Höhepunkt bezogen auf die Zahl der Einwohner. Mehr als 1.500 Seelen werden gezählt.

An der Wegkreuzung liegen mindestens vier verschiedene Geschäfte. Hier gibt es Handwerker, u.a. Schuhmacher, Kupferschmied, Schmiede, Klempner, Schneider, Möbeltischler. Hier gibt es einen Gasthof mit Transportdiensten und ein Postamt, das in Schweden eines der ersten Postämter auf dem Land ist.
Die Notjahre 1867-69 veranlassen trotzdem viele Menschen auszuwandern.

20. Jahrhundert
Die Ortsbevölkerung widersetzt sich dem Vorschlag, den geplanten Bau der Eisenbahnstrecke von Kalmar aus nach Westen über den wichtigen Knotenpunkt Näshult gehen zu lassen.

Das war wohl der Anfang vom Ende für Näshults als regionales Zentrum. Denn die Orte, die an der Eisenbahnstrecke lagen, gewannen an Bedeutung, während die abseits gelegenen Orte sich nur schwer behaupten konnten.

Was wäre passiert, wenn die Eisenbahnstrecke gebaut worden wäre? Darüber kann man nur spekulieren, aber höchstwahrscheinlich wäre Näshult größer geworden. So groß wie Åseda vielleicht - und mit all den Vor- und Nachteilen die ein Ort dieser Größe hat.

Näshults Hembygsförening / Bengt Winbladh 1997 (Übersetzung: Ulrike Dück)

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